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Lehre

Sommersemster 2017 – HBK Braunschweig

Indie Games. Kontrolle, Privatheit und Überwachung

Auch die aufwendigsten Computerspielwelten wirken ohne Eingaben von außen leblos – sei es per Controller, Maus, Tastatur oder Touchscreen, das Zauberwort heißt Interaktivität. Dafür benötigt es Regeln, welche die Auswirkung von gedrückten Tasten bestimmten, Möglichkeiten limitieren oder eine frei zu erkundende Welten simulieren. Frank Furtwängler beschreibt diesen Umstand als einen Effekt von ästhetischer vermittelter Kontrolle für die Spieler_innen: „Der Kontrollmechanismus definiert den „interaktiven“ Rezeptionsmodus in Spielen: Er ist durch die Vermittlung von Kontrolle an Gefühle von Macht gebunden, die in der tatsächlichen Welt nicht denkbar wären – höchstens „träumbar“.“

Im Seminar „Indie Games – Kontrolle, Privatheit und Überwachung“ soll es darum gehen, anhand verschiedener Spiele nachzuvollziehen, welche Relevanz Kontrollmechanismen, Regeln und Mechaniken für Computerspiele einnehmen und wie solche Elemente in die Fiktionen verschiedener Spielwelten integriert werden. Dafür werden wir uns mit Indie Games auseinandersetzen, die ihre eigene Medialität reflektieren, Genres hinterfragen und das Wechselspiel von simulierter Freiheit und Gameplay-Mechaniken ausstellen. Im Fokus sollen dabei insbesondere die Themen Privatheit, Öffentlichkeit und Überwachung stehen. Angedacht sind bisher unter anderem folgende Titel: The Stanley Parabel (Galactic Cafe, 2013), Papers, Please (Lucas Pope, 2013), Cobra Club (Robert Yang, 2015) und Orwell (Osmotic Studios, 2016).

Wintersemester 2016 / 2017 – HBK Braunschweig

Medium Comic – theoretische und philosophische Perspektiven

Comics lassen sich – wenn man der Be-zeichnung von Scott McCloud folgen möchte – definieren, als „zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen“. Von einer solchen abstrakten und nicht unproblematischen Position ausgehend, soll untersucht werden, welche medienwissenschaftlichen Fragestellungen sich hieran anschließen lassen und auch wie sich Comics eindimensionalen Definitionen immer wieder entziehen. Dabei soll die Pluralität des Mediums im Vordergrund stehen, denn vielschichtig sind nicht nur die thematischen und künstlerischen Möglichkeiten des Mediums, sondern auch die sich daraus ergebenden Zugänge.

Dem folgend wird sich das Seminar „Medium Comic“ mit unterschiedlichen akademischen Perspektiven beschäftigen. Dazu zählen nicht nur die Comic Studies selbst, sondern auch Intermedialität, sowie bildpolitische und diskursive Untersuchungen, beispielsweise zu Themen wie Queerness oder Rassismus. Anderseits soll auch diskutiert werden, in wie weit Comics selbst philosophische und theoretische Konzepte aufnehmen, verarbeiten oder reflektieren und welche Rolle dabei visuelle Aspekte spielen.

Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar, nur die Lust daran sich mit dem Medium zu beschäftigen. Die Comics werden im Reader, digital und im Semesterapparat bereitgestellt. Unter anderem ist bisher geplant Werke und Ausschnitte von Alison Bechdel, Marc-Antoine Mathieu, Nicolas Mahler, u.a. zu lesen.

Sommersemester 2016 – HBK Braunschweig

Modding – eine Computerspielpraktik zwischen Kreativität und Kapitalismus

Modding – so formuliert es Alexander Knorr – ist das Spielen mit dem Spiel.Unter einem Mod – der Kurzform von modification – wird die Veränderung, Anpassung oder Erweiterung eines zumeist kommerziellen Computerspieles verstanden, dabei kann es sich um neue Texturen oder Charaktere handeln, aber auch um veränderte Spielmechaniken bis hin zur Total Conversion.

Seit Anfängen in den 90er Jahren hat sich der Bereich Modding stetig weiterentwickelt und ist nicht nur zu einem essenziellen Bereich verschiedener Computerspielkulturen geworden, sondern wurde auch vermehrt von Firmen als Fundgrube genutzt. Im Zentrum akademischer Auseinandersetzungen steht daher vermehrt die Frage, wie man Modding einordnen soll: als widerständige, kritische Praktik, als neuen taktischen Mediengebrauch oder doch als Teil eines sich ausbreitenden Kreativkapitalismus, als unentgeltliche Arbeit?

Ziel des Seminars ist es daher einerseits die Computerspielpraktik Moddinganhand einzelner Aspekte detailliert zu analysieren und dabei an Theorien aus dem Bereich Game Studies und Medienkultur anzuknüpfen und anderseits die wissenschaftliche Debatte über die Praktik historisch nachzuvollziehen.

Das Seminar richtet sich dabei sowohl an Studierende, die sich bereits mit Computerspielen / Game Studies beschäftigt haben, als auch an solche, die das noch vorhaben.

Wintersemester 2015 – Universität Konstanz

Cinematic Reworkings of German History part III: the German left-wing terrorist past & the RAF – The Baader Meinhof Complex (Uli Edel, 2008).

Seminar: World Cinema, 22.01.2015. Vortrag und Diskussion, Kooperation zwischen der Universität Konstanz und der University of Essex.