tim glaser

Vortrag: Toxic Gamer Culture, GamerGate und Antifeminismus

Am Mittwoch den 21sten Juni 14ten Juni – in genau einer Woche – werde ich ab 11:30 eine Sitzung des Ringseminars (Anti-)Feminismus heute?! Des Braunschweiger Zentrums für Gender Studies unter dem Titel „Toxic Gamer Culture, GamerGate und Antifeminismus bespielen. Das Ganze wird im Seminarraum RB 58.1 der TU Braunschweig (Rebenring 58) stattfinden. Mehr Infos zum Ringseminar und dem Zentrum selbst gibt es hier.

Thematisch könnte der Vortrag auch heißen „how I started hating the internet“ oder „Gamer – what is it good for?“, gerade wühle ich mich noch durch Beispiele (davon gibt es auch leider nicht zu wenig) und versuche Argumente zu ordnen.

Die Beschreibung liest sich ansonsten wie folgend:

„Tits or GTFO“, Feminazi-Beschimpfungen, diverse verwandte abwertende Kommentare und Hassreden gehören zu alltäglichen Erfahrungen von Frauen*, welche online Computerspiele spielen oder sich anderweitig –als Journalistinnen, Kritikerinnen oder Bloggerinnen – mit der Kultur um Gaming auseinandersetzen. Mia Consalvo beschreibt dies als eine Toxic Gamer Culture, welche als eine Entwicklung verstanden werden kann, die sich aus der wachsenden Erkenntnis speist, dass Computerspiele vermehrt von Frauen* gespielt, entwickelt und diskutiert werden. Auf den Wunsch nach angemessener Repräsentation von komplexen Figuren außerhalb einer engen Matrix wird in dem Zusammenhang jedoch von Seiten einer männlich*dominierten Gaming Culture – einschließlich der Gaming Industrie – an vielen Stellen mit Sexismus und Misogynie reagiert.

In der Sitzung soll es zuerst darum gehen, diese Form von antifeministischem Anfeindungen als ein Phänomen der Internetkultur zu beschreiben. Dazu werden verschiedene Beispiele aus sozialen Medien – Twitter, YouTube, etc. – herangezogen, um einen historischen Überblick zu ermöglichen und zu zeigen, wie sich Vorstellungen verbreiten und ausgestellt werden. Annahme ist, dass diese bereits aufgeladene Atmosphäre mit Ausgangspunkt dafür war, dass 2014 unter dem Schlagwort GamerGate die Diskussion um Computerspiele, Feminismus und Journalismus einen Höhepunkt erreichte. GamerGate wird daher ein Hauptfokus für die Sitzung sein, da sich anhand des Streites darum, was GamerGate „ist“ und „war“ verschiedene Argumentationsverläufe und Positionen verdeutlichen lassen. Die Frage danach, welche Kräfte GamerGate formten, soll so die Möglichkeit bieten über die Computerspielkultur hinaus zu blicken. Verwandte Schauplätze – Stichworte: SJW, alt-right Bewegung – werden teilweise von den gleichen Akteuren bespielt und vergleichbare stereotype Feindbilder werden in diesen Zusammenhängen entworfen. Zuletzt soll gemeinsam diskutiert werden, wie sich in dem Zusammenhang einerseits antifeministische Positionen verbreiten und welche Möglichkeiten eines Wiederstandes sich bieten.

Ich bin mir nicht ganz sicher warum ich mich dazu selbst überredet habe …